Unser Sturmgeschütz III haut sie alle zu Brei

Nur ein schwerwiegender Fehler hatte sich in die Dienstanweisung eingeschlichen, während sie von Rastenburg nach Winniza auf den Schreibtisch Adolf Hitlers reiste: In die Fußnote zur Ziffer I, die den Begriff „Panzertruppen“ umriß, hatte ich die Sturmgeschützeinheiten aufgenommen, die bisher der Artillerie zugerechnet wurden. Dies geschah aus guten Gründen, denn die Produktion an Sturmgeschützen bildete einen erheblichen Teil der Panzerproduktion; die Leistungsfähigkeit der Sturmgeschütze auf dem Gebiet der Panzerabwehr war aber demgegenüber gering, weil sie mit unzulänglichen Kanonen bestückt waren. Noch geringer freilich war die Leistung der von Berufs wegen zur Panzerabwehr bestimmten Einheiten der „Panzerjäger“ geworden. Sie mußten sich immer noch mit von Halbkettenfahrzeugen gezogenen Geschützen mit ungenügender Durchschlagsleistung gegen die feindlichen Panzer begnügen, waren also praktisch nutzlos. Hier wollte ich Wandel schaffen. Durch das hinter meinem Rücken in die Fußnote eingeschmuggelte Wort „schwere“ beschränkte man nun die Abgabe von Sturmgeschützen an den Generalinspekteur auf die schweren Einheiten dieser Waffe, die erst entstehen und mit den Panzerjägern auf der Basis der Tiger und Panther bewaffnet werden sollten. Schon bei meinem ersten Vortrag mußte ich erkennen, welchen Streich man mir damit gespielt hatte, das heißt nicht mir persönlich, sondern der Panzerabwehr des Heeres und damit dem Heere selbst.“ (Heinz Guderian, „Erinnerungen eines Soldaten“)

Man merkt es: Hart umkämpft ist unser Sturmgeschütz III und so wollen wir an den Besten unserer Panzerjäger ein wenig erinnern. Immerhin haben unsere Sturmgeschütze III bis zum Frühjahr 1944 allein 20,000 russische Panzer abgeschossen, bei 10,000 gebauten Stück. Die unzulängliche Kanone war die kurze 7,5cm-Kampfwagenkanone, die ab 1942 durch eine lange ersetzt wurde. Die Panzerung war bis zu 80 Millimeter dick und später kamen sehr nützliche Panzerschürzen an den Seiten hinzu. Deren Aufgabe bestand im Abfangen von Hohlladungsgeschossen und anderem Seitenbeschuß. Zur aktiven Verteidigung gegen die feindliche Infanterie verfügte unser Sturmgeschütz III über ein Maschinengewehr 34. Das Gewicht betrug 24 Tonnen und die Motorleistung 300 Pferdestärken. Dank den Letzteren lag die Geschwindigkeit bei 40 Kilometerstunden. Eine Tankfüllung reichte für 155 Kilometer, mit der auch unsere Strategen etwas anfangen konnten. Im Gegensatz zu den meisten unserer Panzer genügten vier Mann Besatzung. Erdacht hatte das Konzept der Sturmartillerie unserer Feldmarschall Erich von Manstein und technisch umgesetzt hat es unser Feldmarschall Walter Model mit dem Heereswaffenamt. Waffentechnisch sehr schön abgehandelt hat unser Sturmgeschütz III unser Panzergeschichtsschreiber Walter Spielberger in seinem Buch „Sturmgeschütze“ – wenn man sich hier auch einen taktischen und strategisch-operativen Teil zum Einsatz unserer Sturmgeschütze gewünscht hätte: https://archive.org/details/WalterSpielbergerMilitaerfahrzeugeSturmgeschuetze

„Der Kraftstoffvorrat befand sich, wie bereits erwähnt, in einem Behälter mit 310 Liter Inhalt auf der rechten Seite des Motors. Zwei mechanische Pumpen förderten den Kraftstoff zu den Vergasern. Eine elektrische Anlaßpumpe war vorgesehen. Bei der Ausführung A übertrug die ausgewuchtete Gelenkwelle das Drehmoment des Motors über die Hauptkupplung auf das Wechselgetriebe. Als Wechselgetriebe war ein Maybach-Getriebe SRG 328145 mit vorgebauter Kupplung vorgesehen. Die einzelnen Gänge wurden vorgewählt, die Schaltung wurde aber selbsttätig durch eine Unterdruckanlage ausgeführt, sobald durch Niedertreten des Kupplungsfußhebels ein Auslöseventil betätigt wurde. Das Getriebe hatte zehn Gänge für Vorwärtsfahrt sowie einen Rückwärtsgang. Bei 2800 min1 ergaben sich in den einzelnen Gängen: 1. Gang 1:8 Geschwindigkeit 4,66 km/h, 2. Gang 1.5,88 Geschwindigkeit 6,27 km/h, 3. Gang 1:4,39 Geschwindigkeit 8,39 km/h, 4. Gang 1:9 Geschwindigkeit 11,17 km/h, 5. Gang 1:43 Geschwindigkeit 15,116 km/h, 6. Gang 1:81 Geschwindigkeit 20,36 km/h, 7. Gang 1:1,33 Geschwindigkeit 27,71 km/h, 8. Gang 1.1 Geschwindigkeit 36,85 km/h, 9. Gang 1.34:1 Geschwindigkeit 40 km/h, 10. Gang 1.82:1 Geschwindigkeit 40 km/h. Höchstgeschwindigkeit. Rückwärtsgang 1:7.9, Gesamtsprung im Getriebe 1:14,5. 9. und 10. Gang waren Schongänge, die Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometer/Stunden durfte nicht überschritten werden. Schon am 21. Juni 1938 wurden von Maybach die Fertigungsunterlagen für den Getriebetyp SRG 328145 an die Altmärkische Kettenwerke GmbH (Alkett) übergeben. 1939 erhielt das bisherige „Schaltreglergetriebe“ (SRG) das Wortzeichen VARIOREX. Alle Nachbaufirmen hatten Lizenzgetriebe als „Variorex-Getriebe, Lizenz Maybach“ zu bezeichnen. Jede Getriebetype war statt der bisherigen Bezeichnung SRG mit der neuen Bezeichnung VG und außerdem mit einer dreiteiligen Nummernbezeichnung zu versehen: 1. die Hunderter- und Zehnerzahl der Leistung (PS), 2. die Hunderter- und Zehnerzahl des Drehrnoments (mkg), 3. der Gesamtsprung des Getriebes. Das Fahrgestell war mit einer 12 V Bosch-Licht- und Anlasseranläge ausgerüstet. Zwei Varta-Sammler (Batterien) von je 12 V, 105 Ah waren eingebaut. Die elektrische Fahrzeugausrüstung war nach Entstörklasse M1 entstört. Der auch oben geschlossene Panzeraufbau schützte Besatzung und Gerät. Zubehör- und Ausrüstungsteile waren im Fahrzeuginneren an den Wänden der Panzerwanne und des Panzeraufbaus, auf und unter dem Fußboden untergebracht. Das Aufbaudach hatte zwei getrennte Einstiegsluken, rechts In Fahrtrichtung die für den Ladekanonier, links eine für die übrige Besatzung. Für den Richtkanonier gab es einen Lukendeckel im Dach und vor diesem eine wertere Klappe für das Rundblickfernrohr. Das Geschütz ruhte auf einem Geschützsockel (Sockellafette) Dieser bestand aus zwei kastenförmigen Trägem, die oben miteinander verbunden waren und die Grundplatte zur Aufnahme des Geschützes trugen. Der hintere Träger war durch zwei Streben rechts und links vom Wellentunnel nach rückwärts abgestützt. Die Träger waren rechts und links mit den Seitenwänden der Panzerwanne und unten mit dem Wannenboden verschraubt. Zwischen den Anschraubflächen waren Zwischenlagen, die einen Ausgleich ermöglichten, vorgesehen. Oberhalb der Drehstäbe ruhte der aus Warzenblech bestehende Fußboden. Die Munition war in verschiedenen Kasten aus Winkeleisenrahmen mit Blechverkleidung untergebracht, die durch Deckel mit Schnappverschluß verschließbar waren. In dem freien Raum, rechts neben dem Wechselgetriebe, war ein Kasten (Rutsche) zur Aufnahme von zwei Kästen mit je drei Patronen und zwei Kästen mit je zwei Patronen angebracht. Insgesamt wurden 44 Schuß 7,5cm-Munition im Fahrzeug mit geführt. An der Rückwand des Panzeraufbaus befanden sich zwei Halterungen für Maschinenpistolen. Als Hauptbewaffnung kam die 7,5cm-Sturmkanone 1724 mit einer tatsächlichen Rohrlänge von 1766,5 Millimeter zum Einbau, eine Waffe, die auch als Bewaffnung der frühen Panzerkampfwagen IV zu finden war. Ihre größte Schuß werte betrug 6000 Meter. An Munitionsarten standen zur Verfügung: – 7,5cm-K. Gr. rot Pz (VO 385 m/s), – 7,5cm-Gr. 34 (VO 420 m/s), – 7,5cm-Gr. 38 HVC (VO 450 m/s). Des Gewicht der Waffe betrug 490 Kilogramm, der Preis 9150 Reichsmark. Im Fahrzeug eingebaut, betrug das Seitenrichtfeld 24 Grad, die Erhöhung ging von -10 Grad bis +20 Grad. Als Zieleinrichtung diente das Rundblickfernrohr 32 4×10 Grad mit Kopfteilung in Meter. Der Ausblick erfolgte durch eine Klappe im Aufbaudach. Das Sturmgeschütz verfügte über einen Ultrakurzwellenempfänger (UKW-Empfänger h). Die Besatzung verständigte sich untereinander durch Sprechschläuche. Die erste Serie der Sturmgeschütze lief im Mai 1940 aus…“

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