Die Schlacht bei Paris

Die Einnahme von Paris 1814 war wahrlich eine schwere Geburt. Fast noch mehr als gegen Napoleon mußte unser Feldmarschall von Blücher gegen Schwarzenberg, den formellen Oberbefehlshaber der verbündeten Armeen, kämpfen. Dieser träge Hasenfuß wäre wohl lieber über den Rhein zurückgegangen, als die gallische Hauptstadt zu erstürmen. Und so war das Ganze ein ziemliches hin- und her, das dem Napoleon noch manchen Sieg erlaubt, aber auch etliche Niederlagen beigebracht hat. Zuletzt verzweifelte er wohl an der Rettung seiner Hauptstadt und unternahm ein halbherziges Ablenkungsmanöver im Rücken unseres Heeres anstatt eine Entscheidungsschlacht unter den Mauern von Paris zu liefern. Die einzelnen Züge der gallischen Verteidigung habe ich euch ja bekanntlich aufgeschrieben: http://digi.landesbibliothek.at/viewer/image/AC05304281/1/LOG_0003/

„Die erste und zweite Verteidigung der französischen Marschälle an der Seine. Bei der ersten Verteidigung blieben, als Bonaparte von Nogent abmarschierte, etwa 30,000 Mann unter den Marschällen Oudinot und Victor, den Generalen Pajol und Alix gegen die große Armee der Verbündeten zurück, die damals 120,000 Mann stark gewesen sein mag. Den 18. kam Bonaparte wieder von der Marne an, und traf die Marschälle hinter der Berre, welche sie den 15. passiert, so daß sie sich also in sechs Tagen ungefähr neun Meilen zurückgezogen hatten. Bei der zweiten Verteidigung, als Bonaparte am 26. Februar die Seine zum zweiten Male verließ, um Blücher zu folgen, ließ er unter Macdonald und Oudinot wieder etwa 30,000 Mann gegen Schwarzenberg zurück, der aber jetzt nur 60,000 Mann stark sein mochte, weil er die Südarmee gebildet und Barklay nach Langres vorausgeschickt hatte. Bonaparte kehrte den 19. März zurück, also nach zwanzig Tagen. Die beiden Marschälle waren den Verbündeten bis Bar und la Ferte-sur-Aube gefolgt, von wo sie den 27. Februar ihren Rückzug antraten. Den 17. März kamen sie in der Gegend von Nangis an, hatten also in neunzehn Tagen etwa zwanzig Meilen Land geräumt. Das Resultat ist mithin nicht sehr verschieden in beiden Verteidigungen. Obgleich nun diese mehr langsame Rückzüge als eigentliche Verteidigungen waren, und Schwarzenbergs Vordringen beim ersten Male zaghaft und beim zweiten Male eine bloße Demonstration war, so muß man doch den französischen Marschällen die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie das erste Mal durch die dreitägige Verteidigung von Nogent für ihren Zweck viel leisteten, daß sie überhaupt nur gingen, wenn sie dazu genötigt wurden, und sich trotz ihrer Schwäche nicht scheuten immer nahe an dem Feinde zu bleiben, was alles rühmliche Züge eines kriegsgewohnten Heeres sind. Im Ganzen war die Truppenmasse unter ihren Befehlen immer auf einer langen Linie verteilt, an ein vereinigtes Gefecht also nicht zu denken. Dies lag aber in der Natur ihrer Lage, in der es nur darauf ankam, dem Feinde so wenig Boden als möglich zu überlassen, nicht aber einen absoluten Sieg zu erfechten.“

Ein Kommentar zu „Die Schlacht bei Paris

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s