General Erich Ludendorff

In Kruschewnia in unserer preußischen Provinz Posen wurde 1865 unser Generalstabschef Erich Ludendorff geboren. Als echter Preuße trat er bereits im Knabenalter dem Heer bei und stieg vor dem Vierjährigen Krieg im Generalstabsdienst auf. Er stand der Aufmarschabteilung vor, förderte die Steigerung unserer deutschen Wehrkraft nach Kräften und wurde 1914 zum Generalmajor befördert. Anfangs kämpfte er im Vierjährigen Krieg im Westen und erstürmte die belgische Festung Lüttich, im Rahmen des Schlieffenplanes. Aufgrund der gefährlichen Lage im Osten wurde er aber unserem Feldmarschall Paul von Hindenburg zugeteilt. Gemeinsam haben unsere Helden dann die Russen bei Tannenberg, an den Masurischen Seen und in der Winterschlacht in Masuren geschlagen und damit unseren deutschen Osten gerettet. Im Fortgang der Kämpfe wurde dann Rußland niedergeworfen, wozu noch so manche Schlacht – wie bei Gorlice-Tarnow oder am Naratschsee – geschlagen werden mußte und vor allem die Österreicher beständige Sorgenkinder blieben. Im Jahre 1916 wurden Ludendorff und Hindenburg mit der Obersten Heeresleitung betraut. Der Ludendorff ist mir übrigens schon so ein Schlawiner! Zuerst ständig am Buche vom Kriege herumnörgeln und mir dann einfach mein Rezept für unsere deutsche Frühjahrsoffensive im Jahre 1918 klauen:

„Natürlich sucht man im Kriege immer die Wahrscheinlichkeit des Erfolges auf seine Seite zu bekommen, sei es, indem man auf physische oder auf moralische Vorteile zählt. Allein dieses ist nicht immer möglich; man muß oft etwas gegen die Wahrscheinlichkeit des Gelingens unternehmen, wenn man nämlich nichts Besseres tun kann. Wollten wir hier verzweifeln, so hörte unsere vernünftige Überlegung gerade da auf, wo sie am notwendigsten wird, da, wo sich alles gegen uns verschworen zu haben scheint. Wenn man also auch die Wahrscheinlichkeit des Erfolges gegen sich hat, so muß man das Unternehmen darum nicht für unmöglich oder unvernünftig halten; vernünftig ist es immer, wenn wir nichts Besseres zu tun wissen und bei den wenigen Mitteln, die wir haben, alles so gut als möglich einrichten. Damit es in einem solchen Falle nicht an Ruhe und Festigkeit fehle, die im Kriege immer am ersten in Gefahr kommen und die in einer solchen Lage so schwer zu bewahren sind, ohne welche man aber mit den glänzendsten Eigenschaften des Geistes nichts leistet, muß man sich mit dem Gedanken eines ehrenvollen Unterganges vertraut machen, ihn immerfort bei sich nähren, sich ganz daran gewöhnen. Seien Sie überzeugt, gnädigster Herr, daß ohne diesen festen Entschluß sich im glücklichsten Kriege nichts Großes leisten läßt, geschweige denn im unglücklichen. Friedrich II. hat dieser Gedanke gewiß während seiner ersten schlesischen Kriege oft beschäftigt; weil er vertraut damit war, unternahm er an jenem denkwürdigen 5. Dezember den Angriff bei Leuthen, nicht weil er herausgerechnet hatte, daß er mit der schiefen Schlachtordnung die Österreicher höchstwahrscheinlich schlagen würde.“

Dazu unser Held selbst aus seinen Kriegserinnerungen: https://archive.org/details/Ludendorff-Erich-Meine-Kriegserinnerungen

„Schwer war die Entscheidung, wo anzugreifen sei. Sie mußte frühzeitig fallen. Das Zusammenführen von Truppen auf engem Raum, das Heranbringen der gewaltigen Munitionsmengen und sonstigen Vorräte aller Art mit der Eisenbahn, die Arbeiten der Truppe selbst, wie Versteinen der Batteriestellungen, Maskierung der Wege, Anfertigung von Fliegerdeckungen und von Gerät zum Überbrücken der Grabensysteme, endlich der Aufmarsch zur Schlacht kosteten Wochen, machten weite Voraussicht und bis ins einzelne gehende Vorarbeiten nötig. Naturgemäß war hiermit die Gefahr vorzeitigen Bekanntwerdens nähergerückt. Es waren daher an den Fronten, wo nicht angegriffen wurde, Ablenkungsarbeiten vorzunehmen, die zugleich die Grundlage für spätere Angriffe bildeten. Der größte Teil der überhaupt zur Verfügung stehenden Arbeitstruppen gehörte aber frühzeitig an die Angriffsfront. Die Vorbereitungen an anderen Stellen konnten keine umfassenden sein. Immerhin war eine Täuschungsmöglichkeit vorhanden. Durch umsichtig geleiteten Abwehrdienst war diese zu vervollständigen. Ich habe über die zu wählende Angriffsfront mit den Heeresgruppenchefs und den Herren meines Stabes gesprochen und ihre Ansichten gehört. Drei Abschnitte kamen in Frage: In Flandern, von Ypern bis Lens, zwischen Arras und Sankt Quentin oder Le Fere und beiderseits Verdun unter Aussparung der Festung. Alle drei Richtungen hatten, wie es immer in solchen Fällen ist, vieles für und gegen sich. Feindliche Streitkräfte in großer Stärke standen um Ypern und Arras, von der Ailettestellung und ostwärts, bis in die Gegend Verdun, die schwächste Stelle war beiderseits Sankt Quentin; mehr nach Norden stand der Feind seit den Schlachten bei Cambrai dichter. Das Gelände war bei dem nördlichen Angriff schwierig. Die Gangbarkeit der Lysniederung westlich Lille, über die der Schwerpunkt des Angriffs gehen mußte, war von Jahreszeit und Witterung ungemein abhängig. Vor Mitte April war auf ihre Betretbarkeit außerhalb der Wege nicht mit Sicherheit rechnen zu rechnen. Das war in Rücksicht auf Amerika sehr spät. Der mittlere Abgriff bot der Bodenbeschaffenheit nach keine Schwierigkeiten, wohl aber waren bei seinem Fortschreiten die Trichterfelder der Sommeschlacht zu überwinden. Der Verdunangriff führte in stark bergiges Gelände. Die taktischen Verhältnisse lagen demnach für den mittleren Angriff am günstigsten, er traf die schwächste feindliche Stelle, das Gelände bot keine Schwierigkeiten. Auch war er jederzeit möglich. Strategisch war der nördliche Angriff insofern günstig, als er ein großes aber doch beschränktes Ziel hatte. Er konnte uns eine Verkürzung der Front bringen, wenn es gelang, Calais und Boulogne zu nehmen. Auch der Angriff auf Verdun konnte uns eine Frontberichtigung bringen, deren Wert mehr auf taktischen Gebiet lag. Der mittlere Angriff ging scheinbar sehr ins Weite. Durch Verlegung seines Schwerpunktes in die Gegend zwischen Arras und Peronne, auf die Küste zu, war dem vorzubeugen. Drang dieser Stoß durch, so konnte der strategische Erfolg allerdings ein gewaltiger sein, indem wir die Hauptteile des englischen Heeres von dem französischen trennten und sie dann gegen die Küste drängten.“

Trotzdem wünsche ich dem alten Haus natürlich alles Gute zum Geburtstag. Schließlich müssen wir Preußen ja zusammenhalten.

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