König Rudolf der Erste

Mit der Wahl Rudolfs von Habsburg zum deutschen König im Jahre 1273 endete das erste Zwischenkönigtum, die kaiserlose Zeit zwischen 1250 und 1273. Könige hatte zwar unser altes deutsches Reich damals dem Namen nach. Aber diese konnten sich entweder nicht durchsetzen oder weilten im Ausland. Eigentlich fehlte es Rudolf dem Ersten an der nötigen Hausmacht, um wirksam herrschen zu können. Jedoch vermochte er durch das gute Einvernehmen mit den Fürsten, den Erwerb Österreichs als Lehen für sein Haus und seine lange Herrschaftszeit – bis 1291 – sich eine ansehnliche Machtgrundlage zu schaffen und sogar die Wahl seines Sohnes Albrecht zu seinem Nachfolger ins Werk zu setzen. Sein schwerster Kampf bestand in der Fehde mit Ottokar von Böhmen. Der selbst gerne deutscher König geworden wäre und die Wahl Rudolfs des Ersten nicht anerkannte. Im Guten war da nichts zu machen und der Versuch Ottokars, sich des Herzogtums Österreich zu bemächtigen, führte zum Kampf. Entschieden wurde dieser 1278 auf dem Marchfeld, wo Rudolf der Erste. seinen Widersacher Ottokar vernichtend schlug. Geboren wurde Rudolf der Erste im Jahr 1218. Die Geschichte Rudolfs des Ersten hat unser Geschichtsschreiber Oswald Redlich sehr schön dargestellt und ich fahre beim ihm mit der Schilderung der Königswahl von 1273 fort: https://archive.org/details/bub_gb_2IXTAAAAMAAJ

Alfons hatte nach dem Ende Konradins wieder ernstlicher seine Absichten aufgenommen, in Italien festen Fuß zu fassen um sich das Ziel seines Ehrgeizes, die Kaiserkrone, zu erringen. Waren diese Pläne indirekt für Karl von Sizilien eine höchst unangenehme Sache, so bestand zwischen ihm und Alfons auch eine persönliche Spannung, da Karl die Freilassung des 1268 gefangenen Heinrich von Kastilien, Alfonsens Bruder, lange verweigerte. Alfons scheute sich nicht, sogar die Ansprüche des Infanten Peter von Aragon auf Sizilien zu unterstützen. Im August 1269 kamen Boten von beiden in die Lombardei und nach Toscana. Die Werbungen Peters scheinen von keinem Erfolg oder Nachdruck gewesen zu sein, da man sich damals in Italien für andere Bewerber auf Sizilien interessierte. Alfons aber verhandelte eifrig weiter. Im Herbst 1270 gewann er den Markgrafen Wilhelm von Montferrat und versprach ihm seine Tochter; dann trat auch das Haupt der vertriebenen Ghibellinen von Piacenza, Ubertino de Lando auf seine Seite, sowie die Verbannten von Mailand, Cremona, Lodi und andern lombardischen Städten. Ja auch an der Curie sollen kaiserlich gesinnte Kardinäle, wie Richard Annibaldeschi, Octavian Ubaldini und Oberto von Siena den Werbungen Wilhelms von Montferrat für seinen künftigen Schwiegervater ein geneigtes Ohr geschenkt haben. Sein Versprechen, zweitausend Mann nach Italien zu senden, konnte Alfons freilich nicht erfüllen, denn die kastilischen Cortes waren keineswegs für seine kostspieligen und aussichtsarmen Pläne auf das Kaiserreich begeistert. Trotzdem nahmen die Dinge ihren Lauf. Markgraf Wilhelm war mit seiner spanischen Gemahlin im Jänner 1272 zurückgekehrt als von Alfons bestellter Vikar. Es entbrannte ein förmlicher Krieg im westlichen Oberitalien: einige momentan angiovinisch gesinnte Städte wie besonders Mailand, die Markgrafen von Carreto und Saluzzo auf der einen Seite, Montferrat und die ghibellinisch – alfonsistische Partei andrerseits und mit ihr verbunden Genua, dessen Handelsinteressen von König Karl schwer verletzt worden waren; auch einzelne spanische und deutsche Ritter müssen in kastilischem Solde mitgefochten haben. Es war des neuen Papstes erste und nächste Sorge, sein möglichstes zur Befriedung Mittel- und Oberitaliens beizutragen. Das war die Situation, als nun im Sommer 1272 eine Gesandtschaft des Königs von Kastilien an die Curie nach Orvieto kam. Alfons verlangte Anerkennung als römischer König, Bestimmung eines Termines für die Kaiserkrönung, Entsetzung König Karls von dem Reichsvikariat in Toscana und endlich – dass der Papst den Kurfürsten eine Neuwahl verbiete. Aber Papst und Kardinälen war es unzweifelhaft bekannt, dass Alfons in Deutschland so gut wie vergessen und aufgegeben sei ; weilte doch eben der Erzbischof Heinrich von Trier in Orvieto, der sicherlich darüber Aufschluss gab. Die angiovinisch-guelfische Kardinalspartei war selbstverständlich durchaus gegen Alfons und auch die kaiserliche Partei musste zugeben, dass ein König- und Kaisertum Alfonsos in Deutschland nichts bedeute und in Italien nur zu schweren Konflikten führen würde. Formelle Gründe zur Verschiebung und Ablehnung waren leicht zur Hand: durch den Tod Richards sei weder das Anrecht Alfonsos besser, noch das freie Wahlrecht der Wähler Richards schlechter geworden, es müsste denn erst der Beweis für des Königs besseres Recht erbracht werden – so wurden die kastilischen Gesandten durch die Entscheidung des Papstes vom 16. September 1272 beschieden. Eine geradezu prinzipiell ablehnende Haltung musste die Kurie aber gegenüber jenen Bestrebungen und Strömungen einnehmen, welche den Enkel Kaiser Friedrichs II., den Sohn seiner Tochter Margaretha und des Landgrafen Albrecht von Thüringen, auch Friedrich genannt, als den natürlichen Erben nicht bloß Siziliens, sondern auch des Kaiserreichs betrachteten und erstrebten. Schon sehr bald nach dem Tode Konradins müssen die sizilischen Feinde Karls von Anjou und die oberitalienischen Ghibellinen ihr Augenmerk auf diesen thüringischen Friedrich gerichtet haben, als den nunmehrigen rechten Erben Siziliens, als den Träger des glorreichen Namens seines Großvaters. Schon in der zweiten Hallte des Jahres 1269 gingen Boten und Briefe zwischen dem Markgrafen Heinrich von Meißen als dem Haupte des wettinischen Hauses und den lombardischen Getreuen hin und wieder. Der einstige Protonotar Konradins, Magister Petrus de Prece, richtete eine überschwängliche Schrift an Heinrich um ihn zur Sendung seines Enkels aufzufordern, ein von Karl von Anjou geächteter Anhänger Konradins, Magister Heinrich von Isernia ging mit Empfehlungen des Petrus selber nach Meißen um seine Dienste anzubieten. Schon im März 1270 wurde der Aufbruch Friedrichs mit einem förmlichen Heere erwartet, die warmblütigen Italiener überboten sich in sanguinischen Lobpreisungen der Stärke und der mächtigen Freunde „König Friedrichs III.“, namentlich erweckte die Verlobung Friedrichs mit einer Tochter des glänzenden Böhmenkönigs ungemessene Hoffnungen. In besonneneren Kreisen der lombardischen Städte, die ja gleichzeitig mit Alfons von Kastilien in reger Beziehung standen, wollte man in dem jungen Friedrich allerdings nur den Erben Siziliens, den siegreichen Kämpfer gegen den Anjou, in Alfons mit den künftigen Kaiser erblicken. So hätten auch, erzählt der ghibellinische Chronist von Piacenza, jene kaiserlichen Kardinale gedacht, die im Frühjahr 1271 dem Kaisertum Alfonsos sich nicht abgeneigt erwiesen…“

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